Gemeinwohlorientiert wirtschaften mit Genossenschaften – in Hamburg bewegt sich was

Stellt euch vor: Ein Unternehmen, das den Kunden gehört und in deren Sinne handelt, das sich darüber hinaus durch eine Satzung dem Gemeinwohl statt der Gewinnmaximierung verschrieben hat und trotzdem solider wirtschaftet als eine typische GmbH. Ein Unternehmen in dem jeder Teilhaber gleich viel mitbestimmen kann, unabhängig von seiner Einlage. Gibt’s nicht? Doch, viele Genossenschaften folgen genau diesen Idealen und ermöglichen es, gemeinschaftlich langfristig tragfähige Projekte umzusetzen. In den letzten Jahren war landesweit ein Boom kleiner Energiegenossenschaften zu beobachten, die einen beträchtlichen Anteil an der bisherigen Energiewende tragen.

Auch in und um Hamburg gibt es Energiegenossenschaften der ersten Stunde wie die Bürgersolarkraftwerke-Rosengarten oder die Frauengenossenschaft Windfang. Die im April neu gegründete Genossenschaft Energienetz Hamburg  geht noch einen Schritt weiter: Möglichst viele Bürger der Stadt können mit der im nächsten Jahr stattfindenden Neuvergabe der Nutzungsrechte gemeinsam einen Teil der Energienetze übernehmen und dafür sorgen, dass Gewinne in der Stadt bleiben und in einen zukunftsfähigen Umbau der Netze fließen. So kann auch ein erneuter Verkauf der Netze an Externe Investoren erschwert werden. Schon ab 150€ kann man Mitglied werden und aktiv mitgestalten.

Aber nicht nur beim Thema Energie, auch im Kulturbereich, bei neuen Wohnprojekten bis hin zu Selbsthilfegenossenschaften von und für Menschen mit Behinderung oder als Möglichkeit gemeinsam der Arbeitslosigkeit zu entrinnen gibt es viele spannende Ansätze. In Hamburg sind im Kulturbereich z.B. die Gängeviertelgenossenschaft, das Künstlerhaus Friese und die Wiese eG zu nennen. Im Transition Netzwerk will das Projekt KEBAP die Themen Energie und Kultur unter dem Dach einer Genossenschaft verbinden. Der Begriff „Kultur“ steht hier vor allem für die gemeinsame, kreative Gestaltung des Stadt(teil)lebens durch das Schaffen von Räumen der Begegnung, Aktivierung und Aktion in und um den Bunker Schomburgstraße in Altona Altstadt.

Wer selbst eine Genossenschaft gründen will, findet in Hamburg z.B. beim Zentralverband der Konsumgenossenschaften (ZdK) sehr hilfreiche, kostenlose Unterstützung bei der Ausarbeitung der Satzung bis hin zur Anmeldung der Genossenschaft.

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