Transition und Guerilla Gardening

Es gibt wieder einen Trend im Land. Das sogenannte Guerilla Gardening. Wie manche vielleicht wissen stammen auch ein paar Methoden (Samenbomben) der Guerilla Gärtnerei aus der Permakultur, namentlich von der Nichts-tun-Landwirtschaft von Masanobu Fukuoka.

Meist handelt es sich um total übergärtnerte Blumeninseln neben einer viel befahrenen Straße, ein bisschen geklebtem Moos oder ähnlichem. Mit zukunftsfähigem Gärtnern oder wenn man will auch „Nachhaltigkeit“ hat das nicht viel zu tun. Künstlerisch kann man das natürlich schon gut finden. Wir von Transition Hamburg sind aber der Meinung, dass sich Städte wie Hamburg über kurz oder lang ein anderes Versorgungsmodell als „Gurken aus Spanien, Kaufen im Supermarkt“ einfallen lassen müssen.
Knapper werdende, ungenügend substitutierbare Rohstoffe werden die Stadtgärtnereien wieder zurückbringen (Die waren vor 50 Jahren noch gang und gäbe). Deshalb ist es wichtig zu lernen wie essbare Pflanzen ökologisch angebaut werden und dieses Wissen auch zu teilen.
Es geht hier um mehr als nur Blumen, es geht um Nachbarschaft, Gemeinschaft, Marktstände, Erdverbundenheit, saisonales Erleben, wertvolle Nahrung u.a.
Das kann Guerilla Gardening nicht leisten.

Gemeinschaftsgärten sind ein viel wichtigeres Puzzlestück in einer nachhaltigen Entwicklung. Deshalb arbeiten wir in unserem Transitiongarten in Pinneberg und mit vielen anderen urbanen Gemeinschaftsgärten in Hamburg zusammen. Im Stadtgebiet haben alle Garteninitiativen große Probleme ein langfristig nutzbares Areal zu finden. Bau von nutzlosen Bürotürmen und Autobahnen beschränken die möglichen Gebiete. Meist muss auch auf Kisten zurückgegriffen werden, die nicht optimal für Gemüseanbau sind.

Das langfristige Ziel ist natürlich aus Weltverbessern ein Geschäft zu machen. Wenn man mit Umwelt vergiften so gut Geld verdienen kann, muss es doch auch anders herum gehen.
Nichtsdestotrotz sind ein paar Blumen auf Verkehrsinseln natürlich trotzdem schön, leider aber auch nichts weiter.
Um verschiedene urbane Gärten kennenzulernen wird am 17.5. im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe eine „Urban Gardening Rallye“stattfinden. Dort werden wir verschiedene Garteninitiativen im Hamburger Stadtgebiet besuchen. Natürlich wird es auch Überraschungen geben.

Unsere Mission ist wie erwähnt die Wiedererweckung von verlorengegangenem Wissen über Selbstversorgung und Nahrungsanbau und deren Verbreitung. Es geht hier um ganz elementare Freiheit. Sich selbst ernähren zu können gibt viel mehr Sicherheit und Vertrauen als irgendein Brotjob das jemals könnte.
Der sogenannte Überfluss im Supermarktregal ist doch überhaupt keiner. Wenn ich die Produkte nicht mit Geld bezahlen kann, kann mir herzlich egal sein, wieviel im Regal steht.
Echter Überfluss ist verfügbar, immer und überall für alle. Ohne Gegenleistung. Eventuell kann Guerilla Gardening zu so etwas führen, aber nur wenn wir gleichzeitig Straßen zurückbauen und Anbauflächen, auch in den Städten, ausbauen.

In diesem Sinne:

Reclaim the streets, throw some seeds.

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