MINI-FARMING

Mini-Farming bedeutet so viel wie „Intensive Landwirtschaft im kleinen Maßstab“. Der US-Amerikaner Brett L. Markham hat dieses Konzept in seinem Buch: „Mini-Farming – Autark auf 1000qm“ beschrieben, welches auch in deutscher Sprache erhältlich ist.

Es gibt viele Bücher über das Gärtnern und ein jeder Autor stellt darin so seine Methode vor, wie er die größten Kartoffeln oder die leckersten Tomaten erntet. Oft sind diese Autoren von gewissen Anbausystemen beeinflusst, z.B. Permakultur, Mischkultur, Gärtnern im Quadrat, Grow-Biointensive-Methode, Micro-Agriculture-Biointensive-Methode, biodynamischer Anbau, Schrebergärtnern usw. Jede Methode hat ihre Eigenheiten und der Gärtner darf nun ausprobieren, was für ihn von Vorteil ist.

Einige dieser Methoden schwören auf die hohen Erträge, andere auf ihren geringen Zeitbedarf. Bei Mini-Farming geht es eher um den unternehmerischen Aspekt. Wenn wir also Gärtnern nicht als Hobby sehen wollen, müssen wir am Ende eines Jahres Bilanz ziehen, wo dann ersichtlich wird, ob wir auch finanziell erfolgreich waren. Wenn ich eine Kosten-Nutzen-Analyse durchführe, bin ich also angehalten, nicht so viel Geld zu verschwenden. Das fängt schon beim Grundstück an.

Für das Mini-Farming sollen 1000qm Fläche ausreichen, um ca. 85% des Lebensmittelbedarfs einer vierköpfigen Familie decken zu können. Falls man Produkte verkauft, sollen sich obendrein noch 7.000€ verdienen lassen. Wenn ich mir die Zahlen so anschaue, kommt mir das doch sehr optimistisch vor – aber warum auch nicht.

Die Grundlage für das Mini-Farming bilden Hochbeete, die tief (2x) umgegraben und mit einer ordentlichen Kompostbeigabe versehen werden. Die Pflanzen stehen sehr eng beieinander, was Wasser und Pflege spart. Auf einen gesunden Boden wird besonderen Wert gelegt, und auf synthetische Dünger wird verzichtet. Zeitmanagement, Obstanbau, Pflanzenschutz, Kleintierhaltung, Saatgutvermehrung, Konservierung und Vermarktung runden das Konzept ab.

Dieses Buch ist ein gutes Standardwerk. Wer Gärtnern nicht nur als Hobby sieht, sondern auch als Angelegenheit um Geld zu sparen, findet hier genug Inspiration. Gerade für Menschen mit einem sehr geringen Einkommen ist das Mini-Farming attraktiv. Eine besondere Herausforderung bleibt: Will man sich von seinem Acker zu großen Anteilen ernähren, führt das zu einer Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Das ist meiner Meinung der kritische Punkt. Wer viel Gemüse anbaut und dieses aber nicht verwertet, wird kein erfolgreicher Mini-Farmer sein – bei aller Gartenromantik.

Update: Unter growbiointensive.org gibt es eine Anleitung (englisch) über Mini-Farming.  Wer es einmal ausprobieren möchte, kann sich dort informieren.

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