EHEC und die Macht des Verbrauchers

Vor kurzem kam der Film GOOD FOOD BAD FOOD als DVD in den Handel und eine Aussage von Pierre Rabhi blieb mir besonders im Gedächtnis: „Wenn man zu Tisch sitzt sollten wir uns nicht Guten Appetit wünschen, sondern Viel Glück. Man weiß nämlich nicht was man seinem Körper zuführt, oder seinen Kindern zu essen gibt.“ Treffender kann man es kaum formulieren.
Mittlerweile vergeht kaum ein Jahr mehr, ohne ein Lebensmittelskandal. Sogar Produkte mit dem EU-Bio-Siegel sind betroffen, wie es das derzeitige EHEC-Problem zeigt. Der Konsument ist zur Zeit sehr verunsichert und meidet frisches Obst und Gemüse. Dieses wiederum hat Folgen für die landwirtschaftlichen Betriebe und auch die Gastronomie. Die Hamburger Gemüseproduzenten im Bezirk Bergedorf (Vier- und Marschlande) vernichten derzeit einen Großteil ihrer Gemüseproduktion und die spanischen Firmen sind so sauer, dass sie erwägen deutsche Behörden auf Schadensersatz in dreistelliger Millionenhöhe zu verklagen.
Nüchtern betrachtet zeigt diese Situation doch aus meiner Sicht folgendes: Erstens. Dieses System ist immer wieder für einen Skandal gut, bei dem sogar Menschen sterben bzw. erkranken. Zweitens. Wir kaufen Nahrungsmittel und wissen nicht, wie diese hergestellt bzw. behandelt wurden. Drittens. Einem Unternehmen kann nichts schlimmeres passieren, wenn Kunden seine Produkte nicht mehr kaufen. Viertens. Die Bürokratie ist gern bereit, mit Steuergeldern zu helfen und wird anschließend neue Vorschriften erlassen. Fünftens. In den Massenmedien und von der Wissenschaft werden keine wirklichen Lösungen angeboten. Die einen wollen einen Schuldigen präsentiert sehen, die anderen neue Testverfahren entwickeln. Auf die Idee, dass das System krank ist, kommen beide nicht. Sechstens. Wenn Verbraucher in der Lage sind, Unternehmen durch Konsumzurückhaltung zu ruinieren, können umgekehrt zu große Nahrungsmittelkonzerne nicht auch versuchen ihre Marktmacht zu demonstrieren, in dem sie den Verbrauchern Nahrungsmittel vorenthalten oder zu unverschämt teueren Preisen verkaufen?
Für mich bedeutet diese Situation, dass ich meine Obst- und Gemüseproduktion aus eigenem Anbau weiter erhöhen muss. Ich möchte daher gern auf einem der nächsten Planungstreffen das Thema Erhöhung des Selbstversorgungsgrads besprechen. Eines ist mir klar: Eine eigene gesunde und sichere Ernährung ist so wichtig, dass man sich möglichst selbst darum kümmert, oder zumindest weiß, wo und wie diese Lebensmittel produziert wurden. Damit gewinnen wir dann auch ein Stück mehr Freiheit über unser Leben zurück und sind weniger erpressbar.
Mehr über EHEC findet ihr auf Frank´s Webseite genughaben.
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Eine Antwort zu EHEC und die Macht des Verbrauchers

  1. Stephanie schreibt:

    als die eier-vergiftung öffentlch wurde, geht ein freund von mir zu ,seinem‘ bio-stand auf dem wochenmarkt.
    die marktfrau sagt: die eier sind heute leider ausverkauft.
    mein freund sagt: aber nur, weil ich seit jahren durch meinen kauf ihre bio-eiern fördere, gibt es überhaut bio-eier. wieso kriege ich jetzt keine?
    seither: hat sie immer 6 eier für ihn.
    ich hoffe von herzen, dass noch mehr vergiftungen auffliegen, dass der ganze dreck sichtbar wird, nur unter diesem druck wird verwandlung stattfinden.
    es grüßt stephanie (die jetzt einen garten mit tomaten/kräutern vorm büro hat)

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